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Interzone


Am 12. Februar 2008 fand die Interzone No. 1 in der About Change, Collection statt, ein moderiertes
Gespräch zwischen Tobias Rehberger, Künstler und Professor an der Städelschule, Frankfurt, und Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Genforscher und Generalsekretär des European Research Council, Brüssel.


Die About Change, Collection Stiftung möchte mit ihren Präsentationen und Veranstaltungen interdisziplinäre Begegnungen zwischen KünstlerInnen der Sammlung und Personen aus Bereichen wie Wissenschaft, Philosophie, Soziologie, Medien und Wirtschaft organisieren und Kunst einem Publikum vorstellen, das punktuell über Kunstinteressierte hinausgeht.
In diesem Sinne soll die erste Projektphase der About Change, Collection Stiftung Katalysator für eine Reihe von weiterführenden Veranstaltungen sein, die, von einzelnen Kunstwerken und KünstlerInnen ausgehend, das Verhältnis zwischen den Künsten und anderen gesellschaftlichen Bereichen thematisieren. Dabei geht es ausdrücklich nicht um systematische Übersichten, historische Kanonisierungen oder Behauptungen von Vollständigkeit, sondern um die Summe von spezifischen Ein- und Ausblicken auf Bedingungen, die Veränderungen auslösen.
Ein wesentlicher Aspekt der About Change, Collection Stiftung ist die Collage, die Assemblage, die Zusammenführung unterschiedlicher Materialien, Medien, Kontexte und Inhalte, sowie die Geschichte dieser künstlerischen Arbeitsweise im Allgemeinen. Die Collage ist also nicht nur als eine Referenz auf eine Technik der Bildenden Kunst zu verstehen, sondern meint hier im Sinne von Max Ernst das zufällige oder künstlich provozierte Zusammentreffen von zwei oder mehr wesensfremden Realitäten, wie sie es auch in der Literatur, im Film oder im Theater gibt. Der wesentliche Aspekt meiner Sammlung, der About Change, Collection Stiftung ist die Collage, die Assemblage, die Zusammenführung unterschiedlicher Materialien, Medien, Kontexte und Inhalte, sowie die Geschichte dieser künstlerischen Arbeitsweise im Allgemeinen. Die Collage ist also nicht nur als eine Referenz auf eine Technik der Bildenden Kunst zu verstehen, sondern meint hier im Sinne von Max Ernst das zufällige oder künstlich provozierte Zusammentreffen von zwei oder mehr wesensfremden Realitäten, wie sie es auch in der Literatur, im Film oder im Theater gibt.
Neben der Präsentation von ausgewählten Arbeiten, die im stetigen Wandel immer wieder neue, andere Ausschnitte der About Change, Collection Stiftung vorstellen wird, ist also der wesentliche Aspekt der Nutzung der Räume am Kupfergraben 10, die Veranstaltung einer Reihe von Gesprächen, die, frei nach William S. Burroughs, Interzone heißt. Bei Burroughs ist die Interzone ein alle Konventionen, Vorstellungen, Wahrnehmungen und Gewohnheiten entgrenzendes Cut Up-Wunderland. Im Zusammenhang mit der About Change, Collection Stiftung heißt Interzone, dass ein Künstler, eine Künstlerin der aktuellen Präsentation auf eine Person ihrer Wahl, die nicht aus dem Bereich der Kultur kommt, trifft und ein moderiertes Gespräch führt. Auch im Falle dieser Gesprächscollage treffen also wesensfremde Realitäten aufeinander und die Hoffnung, die Chance aber auch das volle Risiko werden darin liegen, ob es denn zu dem „Funken Poesie kommt, welcher bei der Annäherung dieser Realitäten überspringt“ (Max Ernst).

Wir freuen uns außerordentlich, dass wir Tobias Rehberger und Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker gewinnen konnten, mit uns zu versuchen, den Funken überspringen zu lassen. Rehberger ist neben seiner Tätigkeit an der Städelschule einer der wichtigen internationalen Künstler seiner Generation, der sich seit Beginn der 90er Jahre immer wieder auch mit den Grenzverschiebungen zwischen zeitgenössischer Bildender Kunst und anderen Praktiken beschäftigt hat.
International bekannt wurde Rehberger zum Beispiel durch seine Installation Günter's. wiederbeleuchtet im Rahmen der Skulptur. Projekte in Münster 1997, die systematisch die Möglichkeiten von Kunst, Architektur und Dienstleistung an einem spezifischen Ort durchdeklinierte oder sein letztjähriges Projekt On Otto, bei dem Rehberger mit Hilfe internationaler Kooperationen und Unterstützung durch Hollywood-Stars wie zum Beispiel Kim Basinger, einen Film vom Plakat bis zum Drehbuch in umgekehrter Reihenfolge entwickelte.
Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker ist nicht nur einer der wichtigen internationalen Gen-Forscher, er ist auch als langjähriger Geschäftsführer der DFG (Deutschen Forschungsgemeinschaft) und Mitglied des Nationalen Ethikrates einer der wesentlichen gesellschaftlichen Übersetzer avancierter wissenschaftlicher Arbeit. Seit 2007 ist er in dieser Funktion erster Generalsekretär des neu gegründeten European Research Council in Brüssel, einem weiteren Publikum ist er als Autor sehr lesenswerter Bücher zu den Möglichkeiten und Grenzen der Genforschung bekannt.
Das Abenteuer Interzone bedeutet auch, dass es keine unmittelbare Notwendigkeit gibt, keiner der beiden Gesprächspartner einen Auftrag zu erfüllen hat. Beiden ist aber die Neugier und das Interesse an dem Anderen und seinem Arbeitsfeld gemein, das Gespräch wird sich um Fragen von Arbeitsorganisation, Autorenschaft, die Höhe von Elfenbeintürmen, die jeweilige Disziplin und ihr jeweiliges Verhältnis zur Öffentlichkeit drehen und darum, was Vermittlung von Spitzenforschung und Hochkultur mit Tomaten und Mozarella zu tun hat.
Die Gespräche werden vor kleinem Kreis aufgezeichnet und anschließend als download auf der webpage von About Change, Collection Stiftung (www.aboutchangecollection.com) veröffentlicht. Der Tagesspiegel konnte als Medienpartner gewonnen werden.
„An den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Welten entsteht Neues, entsteht Veränderung. Das ist es, was mich an Kunst interessiert: inwiefern sie Veränderungen auslösen kann, die über den eigenen Wahrnehmungsbereich hinausgehen. Die Collage ist eine solche fruchtbare Schnittstelle und beschäftigt mich seit Jahren. In der Arbeit von Kurt Schwitters ebenso wie in der von Ceal Floyer. Kunst und Collage, MTV und VJing, About Change und Start Ups in den Neuen Medien - was mich fasziniert, ist der Perspektivwechsel und die Chance, neue Zusammenhänge herzustellen.“, sagte Christiane zu Salm anlässlich der ersten Interzone zu Beginn dieser Woche in Berlin.

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